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Gemeinsam für ein neues Syrien: Umsetzung des deutsch-syrischen Aktionsplans beginnt

Außenminister Wadephul beim Besuch eines humanitären Projekts in Harasta, Syrien (30.10.2025)

Außenminister Wadephul beim Besuch eines humanitären Projekts in Harasta, Syrien (30.10.2025) © Photothek Media Lab

23.07.2026 - Artikel

Deutschland baut mit dem deutsch-syrischen Aktionsplan seine bilateralen Beziehungen zu Syrien aus. In einem ersten Schritt wurde am 16. Juli ein deutsch-syrisches Luftverkehrsabkommen unterzeichnet.

Seit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 bietet sich für Syrien die Chance, das Land wiederaufzubauen und die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen. Inmitten einer volatilen regionalen Lage hat es Syrien in kurzer Zeit geschafft, an Stabilität zu gewinnen.

Deutschland steht dabei fest an der Seite der Syrerinnen und Syrer. Ein stabiles Syrien kann auch zur Stabilisierung des Nahen Ostens beitragen. Als historisches Handels-, Energie-, und Transportdrehkreuz kann Syrien auch einen Beitrag zur wirtschaftlichen Resilienz Widerstandsfähigkeit Europas leisten. Auch im Kampf gegen den Terror des sogenannten „Islamischen Staat“ kommt Syrien eine wichtige Rolle zu.

Staatssekretär Dr. Géza Andreas von Geyr und der syrische Außenminister Asaad Hasan Al Shaibani haben deshalb am 16.07.2026 in Damaskus die erste Sitzung des gemeinsamen Ausschusses zur Umsetzung des deutsch-syrischen Aktionsplans geleitet. Bundeskanzler Merz und der syrische Präsident al-Sharaa hatten den Aktionsplan im März 2026 beim Antrittsbesuch des syrischen Präsidenten in Berlin vereinbart. Er umreißt, mit welchen Schritten Deutschland Syrien in seine Zukunft begleitet und definiert wichtige Themen der Zusammenarbeit, so etwa in den Bereichen Sicherheit, Migration, wirtschaftliche und finanzielle Erholung, sowie Wiederaufbau.

Unterzeichnung des deutsch-syrischen Luftverkehrsabkommens

Ein Ergebnis des Treffens ist die Unterzeichnung eines neuen deutsch-syrischen Luftverkehrsabkommens. Das Abkommen schafft die rechtliche Grundlage für den direkten Flugverkehr zwischen Deutschland und Syrien. Es stärkt damit zukünftig den direkten Handel und Personenverkehr zwischen beiden Ländern. Für Syrerinnen und Syrer in Deutschland kann die Wiederaufnahme des Flugverkehrs organisatorische Hürden absenken, die Reisen ins Heimatland bisher erschwerten. Auch Geschäftsreisen und der bilaterale Luftfrachtverkehr werden dadurch deutlich vereinfacht.

Wiederaufbau Syriens: Öffentliche und private Investitionen benötigt

Der nachhaltige Wiederaufbau Syriens kann nur gelingen, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen einbezogen werden. Wichtige Grundvoraussetzung hierfür ist der Aufbau funktionierender, professioneller und unparteiischer staatlicher Institutionen sowie eine transparente Aufarbeitung der Verbrechen der Vergangenheit. Deutschland unterstützt dies mit zahlreichen Projekten und Initiativen.

Zudem bedarf es erheblicher finanzieller Mittel: Die Weltbank beziffert den Bedarf für einen Wiederaufbau auf rund 200 Mrd. EUR. Es geht dabei darum die Wasserversorgung instand zu setzen, Schulen und Krankenhäusern zu rehabilitieren, eine handlungsfähige Verwaltung aufzubauen und Syrien nach der internationalen Isolation unter dem Assad-Regime in das internationale Bankensystem wiedereinzugliedern.

Gleichzeitig gilt es, Bedingungen zu schaffen, die private Investitionen – insbesondere auch aus Deutschland – begünstigen.

Deutschland wichtigster bilateraler Geber

Die Bundesregierung hat ihre Unterstützung für Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes stark ausgeweitet. Deutschland ist heute der wichtigste bilaterale Geber für die Stabilisierung und den Wiederaufbau des Landes. Damit der deutsche Beitrag die größtmögliche Wirkung entfaltet, arbeiten das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eng zusammen. Das Engagement der Bundesregierung umfasst unterschiedliche Bereiche und reicht von der Rehabilitierung von Infrastruktur und Wasserversorgung, über die Stärkung rechtstaatlicher Strukturen und Modernisierung der Verwaltung bis hin zum Wiederaufbau des Hochschulsystems und dem Kulturerhalt.

Ein über das Auswärtige Amt finanziertes Projekt ist die Kooperation des Technischen Hilfswerks (THW) mit dem syrischen Ministerium für Notfall- und Katastrophenmanagement (MEDM). Die Zusammenarbeit mit dem THW ermöglicht es den syrischen Behörden künftig schneller und wirksamer auf Krisen zu reagieren.

Weiterhin wird in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) Handelsinfrastruktur wiederhergestellt. Zerstörte Wertschöpfungsketten in zentralen Wirtschaftssektoren werden dadurch reaktiviert. Gleichzeitig soll die duale Berufsausbildung besser etabliert werden, um die beruflichen Perspektiven für junge Menschen in Syrien zu verbessern. Das trägt unmittelbar dazu bei, den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft zu stärken und setzt auch Anreize für Syrerinnen und Syrer im Ausland, die einen wichtigen Beitrag beim Wiederaufbau ihres Landes leisten können.

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